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Eisige Temperaturen, rutschige Abfahrten, Schnee und nach ein paar Minuten kalte Zehen, das hat kein Rennradfahrer gerne. Auch wenn du zu den harten Sportlern gehörst, angenehmer ist es sicherlich, wenn es beim Radfahren schön warm ist. Eine Alternative stellt das Training auf der Bahn dar. Sofern es eine Bahn in deiner Nähe gibt und du die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden hast. Wir geben dir einen Einblick in eine Sportart, die auch viele Hobbysportler begeistert.

Bahnradfahren, ein kleiner Überblick

Eines der ersten Bahnrennen fand um 1868 in Paris statt. Bahnsport ist eine olympische Disziplin und laut UCI (Union Cycliste Internationale) sind alle Rennradbahnen (Velodrom) zwischen 133 und 500 Metern Länge für Wettkämpfe zugelassen. Für Radrennbahnen, auf denen Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele ausgetragen werden, ist eine Mindestlänge von 250 m vorgeschrieben. Die Kurven können eine Neigung von 45° bis zu 60° aufweisen. Es gibt die unterschiedlichsten Disziplinen wie Sprint, Mannschaftssprint, Einzelzeitfahren, Keirin (ein Tempomacher bringt die Fahrer auf 50 km/h), Madison (Teamrennen mit zwei Fahrern), und einige andere. Die Bahn besteht entweder aus Holz oder aus Beton.

Die Regeln auf der Bahn

Die Bahn darf nur mit einem speziellen Rad befahren werden und die Fahrtrichtung ist gegen den Uhrzeigersinn. Überholt wird in der Regel außen. Auf der Bahn selbst gibt es verschiedene Linien.

  • Schwarz: markiert die Länge der Strecke (20cm vom Innenrand)
  • Rot (für Sprint): legt fest, dass ein Fahrer, der zwischen roter Linie und Innenrand fährt, nur außen überholt werden darf
  • Blau (für Madison): legt fest, dass ein Fahrer, der zwischen blauer Linie und Innenrand fährt, nur außen überholt werden darf

Das Rad und die Fahrtechnik

Auf der Bahn wird nicht mit normalen Rennrädern gefahren. Im Unterschied zu diesen, haben Bahnräder weder Bremsen noch Gangschaltung. Es gibt keinen Leerlauf, somit musst du beim Bahnfahren immer treten. Gebremst wird durch Ausrollen und das Anfahren der geneigten Kurven. Bahnräder haben 27 Zoll Schlauchreifen und unter anderem einen kürzeren Radabstand, höhere Tretlager, eine kürzere Kurbel und ein kürzeres Steuerrohr. Das alles ist auf die Gegebenheiten der Bahn ausgelegt und du hast in den Kurven keinen Bodenkontakt mit den Pedalen. Stichwort Kurven – bist du zu langsam, rutscht du ab. Ein Bahnrad ist wesentlich wendiger als ein normales Rennrad. Richtungswechsel werden durch Gewichtsverlagerungen ausgeführt, nicht durch das Lenken wie bei Rennrädern. Die Mindestgeschwindigkeit auf der Bahn liegt bei etwa 28km/h, besser sind 30-35km/h, um nicht den Halt zu verlieren.

Das Training

Beim Bahnradfahren werden sehr hohe Trittfrequenzen (Stundenweltrekord etwa mit 110 Umdrehungen pro Minute) und Geschwindigkeiten erreicht, da du erst ab einer gewissen Geschwindigkeit richtig gut in der Bahn fahren kannst. Bei einer Fahrbahnlänge von 250 Metern musst du schon einige Runden machen, um Kilometer zu sammeln. Auf Grund der hohen Geschwindigkeiten und der ständigen Konzentration wirst du am Anfang nicht so viele Runden fahren können und mehr Pausen brauchen. Allerdings kannst du das nutzen, um ein Intervalltraining durchzuführen. Der Tempowechsel in den unterschiedlichen Runden treibt deine Herzfrequenz nach oben und lässt das Laktat in deine Beine schießen. Das verhilft dir zu starken Beinen, Durchhaltevermögen, einem runden Tritt und einer guten Kraftbasis für das kommende Training auf der Straße. Geübte Fahrer können auch ein gutes Ausdauertraining auf der Bahn durchführen und zum Beispiel versuchen, eine Stunde durchzufahren.

Fazit

Bahnradfahren ist die ideale Möglichkeit, um im Winter Eis und Schnee zu entfliehen und dennoch effektiv an der Radform zu arbeiten. Es erfordert allerdings einiges an Übung und ist mit Kosten verbunden (Eintritt in die Halle, Leihrad oder eigenes Bahnrad). In der Gruppe macht es viel mehr Spaß und man kann sich gegenseitig motivieren und gemeinsam vorantreiben. Neben der Kraft kann auch die Ausdauer trainiert werden und wer will, kann auf der Indoor-Laufbahn (falls vorhanden) noch ein Koppeltraining dranhängen (à la Triathlontraining).

Hast du Bahnradfahren schon einmal ausprobiert? 🚲

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Andreas Streif

Andreas Streif ist im Bereich Creative Marketing tätig und betreibt die Firma www.myrunningcoach.at. Als Sportwissenschaftler, mehrfacher Ironman und Marathonläufer gibt er sein Wissen als Experte im Blog www.myrunningcoach.at/blog weiter und trainiert zahlreiche Athleten.
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