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Es ist Wochenende, der Blick aus dem Fenster zeigt blauen Himmel und du bist richtig motiviert für Sport. Also nichts wie aufs Rad und los geht’s. Doch das Vergnügen kann sehr schnell zur Gefahr werden. Vor allem, wenn du den Wetterbericht nicht studiert hast oder ein unerwartetes Gewitter aufzieht. Aber was dann?

Die Gefahr erkennen

Auch wenn die Sonne beim Losfahren scheint, solltest du bei längeren Ausfahrten sicherheitshalber immer den Wetterbericht anschauen, um für unerwartete Wetterumschwünge gewappnet zu sein.

Vor allem im Sommer kann es durch stark unterschiedlich warme Luftmassen zu Gewittern kommen. Je größer die Hitze am Boden ist, umso heftiger sind in der Regel die Gewitter, die durch die Temperaturunterschiede entstehen können. Schwüle Luft im Sommer ist meist ein erstes Anzeichen für ein drohendes Unwetter.

Die sogenannte Cumulonimbus-Wolke ist ein Anzeichen, dass es zu Gewittern kommen kann. Die Gewitterwolke kann dadurch erkannt werden, dass hochgeschossene Haufenwolken eine blumenkohlähnliche Gestalt annehmen und die scharfen Konturen der Wolke an den Seiten zerfließen. Wenn das Gewitter noch weiter weg ist, ist die Wolkenobergrenze oft leuchtend weiß und noch von der Sonne beschienen.

Ein Wärmegewitter tritt meistens im Sommer auf und ist über Land bei ausreichender Luftfeuchtigkeit und bei schwachen Luftdruckverteilungen örtlich begrenzt. Dabei steigt die durch Sonneneinstrahlung aufgeheizte Luft nach oben und labilisiert die Luft darüber. Das Kaltfrontgewitter, welches von West nach Ost rasch durchzieht und meistens von Sturmböen aus West oder Nordwest begleitet ist, gehört zu den heftigsten und blitzreichsten Gewittern.

Gefahr besteht, wenn die Entfernung zu einer Gewitterwolke kleiner als zehn Kilometer ist und nicht mindestens 30 Sekunden zwischen dem letzten hörbaren Donner und dem letzten Blitz vergangen sind. Blitze können auch plötzlich aus heiterem Himmel kommen, noch bevor der Niederschlag einsetzt.

Tipp: Moderne Pulsuhren oder Radcomputer haben eingebaute Barometer, die durch den Luftdruckabfall vor schlechtem Wetter warnen können.

Verhalten während des Gewitters

Wenn du unausweichlich in ein Gewitter kommst, solltest du folgende Punkte beachten, um auch sicher wieder weiterfahren zu können.

Vermeide es, dich unter einzelne Bäume zu stellen. Blitze schlagen in die höchsten Punkte ein und wenn es den Baum neben dir trifft, kann die Spannung vom Stamm auf dich überspringen. Lege auch Metallgegenstände weg – diese ziehen Blitze zwar nicht speziell an, leiten aber den Strom sehr gut und können Verbrennungen verursachen. Lege dich außerdem nicht auf den Boden, sondern gehe in die Hocke. Der Boden leitet den Strom besonders gut und daher ist die Hocke mit dicht zusammengestellten Beinen die bessere Wahl.

Halte Abstand zu anderen Personen und achte darauf, nicht wegzulaufen, sondern langsam gehen oder hüpfen. Ein zu großer Abstand zwischen den Beinen erhöht den Spannungsunterschied dieser und der Strom kann besser durch den Körper fließen. Suche im Idealfall ein geschlossenes Gebäude auf oder setze dich ins Auto. Dort bist du relativ sicher. Schnelle Zufluchtsorte sind auch größere Brücken und das Waldinnere mit vielen Bäumen, wenn mindestens zwei Meter Abstand zu diesen gehalten wird.

Die richtige Ausrüstung

Generell solltest du bei längeren Radausfahrten immer einen Regenschutz dabei haben. Eine leichte Regenjacke passt in jedes Radtrikot und schützt dich vor der Nässe. Bei langen Ausfahrten empfiehlt sich eine Regenausrüstung mit Regenhose, Reflektorjacke und ggf. Nässeschutz für den Helm.

Wenn du dich unterstellen musst, ist ein Regenponcho ideal, da er vor allem in der Hockposition vor Nässe am ganzen Körper schützt und im Gegensatz zu einem Regenschirm für Blitze keine besondere Einschlagsquelle darstellt.

5 Tipps zusammengefasst

🚲 Studiere vorab den Wetterbericht

🚲 Schwüle Luft, tief fliegende Insekten und Cumulonimbus-Wolken sind erste Anzeichen für ein drohendes Gewitter

🚲 Wenn Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden auseinander sind, dann suche Schutz

🚲 Im Gewitter vom Rad weggehen und nicht in Gruppen zusammenstellen

🚲 Zur Sicherheit gehe mit geschlossenen Beinen an der tiefsten Stelle der Umgebung in die Hocke

 

Welche Erfahrungen hast du bisher mit Gewittern beim Radfahren gemacht? ⛈

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Andreas Streif

Andreas Streif

Andreas Streif ist im Bereich Creative Marketing tätig und betreibt die Firma www.myrunningcoach.at. Als Sportwissenschaftler, mehrfacher Ironman und Marathonläufer gibt er sein Wissen als Experte im Blog www.myrunningcoach.at/blog weiter und trainiert zahlreiche Athleten.
Andreas Streif

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