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Hast du dir schon jemals Gedanken über die richtige Technik beim Radfahren gemacht? Sei ehrlich – denkst du, dass Radfahren nur aus Gleichgewicht halten besteht? Klar, je mehr es in den Wettkampfsport geht, desto eher ist auch eine gute Technik entscheidend. Aber auch für Alltagsradler ist das richtige Bremsverhalten oder Kurven fahren wichtig. Befolge unsere 5 Tipps für Techniktraining am Rad, um nicht so wie der Radfahrer auf den Fotos zu enden. 😉

1. Der runde Tritt

Klar, einfach in die Pedale treten und vorwärts gehts. Allerdings bist du wesentlich effektiver, wenn du dir den sogenannten runden Tritt anlernst. Dadurch wird in jeder Phase der Beinbewegung optimal Kraft auf das Pedal übertragen. Mit drei einfachen Übungen kannst du dir einen effektiven Tritt aneignen.

1️⃣  Runder Tritt durch hohen Gang: Bei 50-60 Umdrehungen pro Minute im Sattel sitzend lässt dich die Druck- und Zugbewegung bewusst ausführen und ein runder Tritt wird erlernt.

2️⃣  Einbeinfahren fördert den runden Tritt: Lass ein Bein beim Radfahren nach unten hängen und trete nur mit dem anderen. Versuche, in allen Phasen der Bewegung durch Druck und Zug gleichmäßig für Vortrieb zu sorgen. Beinwechsel nicht vergessen.

3️⃣  Hochfrequenztraining für einen runden Tritt: Bei einem leichten Gang und sehr hoher Frequenz erlernst du ebenfalls eine runde Tretbewegung. Versuche, gut im Sattel zu sitzen und nicht unruhig zu werden.

2. Kurven fahren muss gelernt sein

Schaue bei der Kurveneinfahrt auf den Verlauf der Straße und auf die Fahrbahnbegebenheit. Kurven werden von außen angefahren. Somit hast du eine bessere Übersicht und kannst bei Gegenverkehr schneller reagieren. Linkskurven werden vom rechten Straßenrand angebremst, Rechtskurven in der Straßenmitte. In der Kurve wird immer das innere Pedal nach oben genommen, um einen Bodenkontakt zu vermeiden. In der Kurve wird dann in Schräglage nach innen gezogen und bei Kurvenausgang wieder langsam nach außen manövriert.

Tipp: Vor allem bergab sollte auch die Vorderradbremse dosiert zusammen mit der Hinterradbremse eingesetzt werden. Übe am Wochenende am Parkplatz von einem Supermarkt, um die Technik zu verinnerlichen.

 

3. Hindernisse überqueren

Willst du zum Beispiel einen Baumstamm überqueren, dann kannst du das auch ohne abzusteigen tun. Verlagere hierfür das Gewicht beim sehr langsamen Fahren nach hinten und ziehe das Vorderrad mit den Armen nach oben. Das Vorderrad wird so über das Hindernis gehoben und kommt auf der anderen Seite wieder als erstes auf. Die Ellenbogen federn den Druck ab und mit den Beinen werden die Pedale angehoben (ideal sind hierbei Klickpedale), um nun auch das das Hinterrad über das Hindernis zu bringen.

Tipp: Bei schnellen Fahrten wird das Hindernis mit einem Sprung überquert. Dabei ist es wichtig, dass man mit dem Hinterrad zuerst landet.

4. Richtig bremsen mit beiden Bremsen

Die meisten Radfahrer bremsen nur mit der Hinterradbremse. In Kombination mit der Vorderradbremse kann aber die Bremsleistung deutlich erhöht werden. Schiebe das Gesäß am Sattel nach hinten und verlagere somit den Schwerpunkt nach hinten. Nun ziehe langsam und dosiert die Vorderradbremse an, um ein Gefühl für die Bremswirkung zu bekommen. Bei schnellen Bremsaktionen solltest du immer zuerst die Hinterradbremse betätigen und dann die Vorderradbremse dosiert anziehen und locker lassen. Sollte sich das Hinterrad aufstellen, dann lass die Vorderradbremse einfach los. Übung macht hier den Meister.

 

5. Balanceübungen für mehr Kontrolle am Rad

Baue in dein Radtraining regelmäßig Balanceübungen ein, um mehr Sicherheit und Fahrgefühl zu erlangen. Vor allem nach längeren Pausen oder an Regenerationstagen eignen sich diese Übungen sehr gut.

🚴🏻  So langsam wie möglich fahren und dabei das Gleichgewicht halten

🚴🏻  Leere Wasserflaschen während der Fahrt aufheben

🚴🏻  Leere Wasserfalschen mit dem Vorderrad wegkicken (das Hinterrad ist am Boden und das Vorderrad wird angehoben)

🚴🏻  Schlangenlinien zwischen mehreren Wasserflaschen fahren

🚴🏻  In der Gruppe eng nebeneinander fahren und die Hand auf die Schulter des anderen legen, um sich ein Stück ziehen zu lassen

 

Kennst du noch weitere Übungen für Techniktraining? 💪🏻

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Andreas Streif

Andreas Streif

Andreas Streif ist im Bereich Creative Marketing tätig und betreibt die Firma www.myrunningcoach.at. Als Sportwissenschaftler, mehrfacher Ironman und Marathonläufer gibt er sein Wissen als Experte im Blog www.myrunningcoach.at/blog weiter und trainiert zahlreiche Athleten.
Andreas Streif