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Etwa 100 Radfahrer haben sich Anfang Mai vor dem österreichischen Parlament versammelt, um für eine Öffnung der Forststraßen zu demonstrieren. In den Nachbarländern ist eine Freigabe für Radfahrer längst Realität. Warum nicht auch in Österreich?

Mountainbiker fordern die Freigabe von Forststraßen

Anlass für die Diskussion, die schon seit Jahren immer wieder aufkeimt, war die Strafe eines Radfahrers durch ein Forstaufsichtsorgan und Securities in der Nähe von Leoben. Der Radfahrer erhielt eine Unterlassungsaufforderung samt Androhung einer Klage und eine Geldstrafe in der Höhe von 360 Euro. Die Befürworter der Freigabe, unter anderem die Radlobby, die Bergsport-Community „upmove“ und Vereine wie die Naturfreunde und der Alpenverein, fordern nun erneut eine Freigabe von Forststrecken für Fahrradfahrer, denn bisher sind Forstwege in Österreich nur Fußgängern zugänglich.

Was spricht für eine Freigabe von Forststraßen?

Das österreichische Gesetz stammt aus dem Jahr 1975 und stammt somit aus einer Zeit, als Fahrradfahren noch nicht allzu verbreitet war und kaum Beachtung in der Gesetzgebung fand. Mittlerweile ist die Fahrrad-Community weltweit enorm gewachsen und auch für den Tourismus interessant, da Fahrradfahrer ein zahlungskräftiges Publikum sind. In der Schweiz und Deutschland beispielsweise ist das Recht auf Erholung in einem Forstgebiet nicht Wanderern vorbehalten, sondern auch Mountainbikern dürfen den Wald befahren – und das Nebeneinander auf den Forststraßen funktioniert ohne gröbere Probleme. Dazu kommt, dass bereits jetzt viele Radfahrer auf Forststraßen in Österreich unterwegs sind, ohne überhaupt zu wissen, dass dies illegal ist und hohe Strafen nach sich ziehen kann. Immer wieder wird auf Besitzstörung geklagt, wobei es um einen Streitwert von bis zu 15.000 Euro geht.

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Was spricht gegen eine Freigabe von Forststraßen?

Durch eine generelle Freigabe könnten sich Grundbesitzer übergangen fühlen, wodurch mehr Konflikte befürchtet werden. Grundbesitzer fürchten einen Eingriff in ihr Eigentum, das gleichzeitig auch Arbeitsplatz ist. Außerdem befürchten Förster, dass das Wild im Wald durch Radfahrer verängstigt werden könnte. Auch was die Haftpflichtversicherung betrifft wird in Österreich eine „Klagsflut“ von Radfahrern, die auf Forstwegen einen Unfall haben, befürchtet. Eine Möglichkeit wäre jedoch, dass jeder Waldbenutzer selbst haftet.

Was ist eure Meinung?

Das Gesetz, das in Österreich das Fahrradfahren im Wald bisher illegal macht, könnte mit einem Zusatz versehen werden, womit es modernisiert wird und der Realität entspricht, die 40 Jahre nach dem ursprünglichen Entwurf herrscht. Was ist eure Meinung zu dem Thema? Ist ein Verbot für Radfahrer berechtigt? Welche Erfahrungen habt ihr auf Forststraßen in Österreich, Deutschland und der Schweiz gemacht? Teilt sie uns in den Kommentaren hier oder auf unserer Facebook-Seite mit!

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Elisabeth Voglsam
Elisabeth schreibt regelmäßig für unseren Blog. Sie mag Musik, Sommer und verbringt gern Zeit mit dem Erkunden fremder Orte - auf dem Fahrrad oder zu Fuß.